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Frühe Kindheit binational - Vernetzung zwischen Wissenschaft und Praxis

06.04.2020

Den Jahresbericht 2019 der Pädagogischen Hochschule Thurgau gibt es seit Anfang März online zu lesen. Der Fokus liegt diesmal auf dem Berufsfeldbezug. Hier geht es um Impulse, Interaktionen und Austausch von Wissen und Kompetenzen zwischen der PHTG und ihren verschiedenen Berufsfeldern. Auch der Bereich Frühe Kindheit wurde als Beispiel porträtiert. Lesen Sie im Nachfolgenden den Auszug aus dem Bereich Frühe Kindheit der Berufsfeldorientierung des Jahresberichts der PHTG 2019:


Frühe Kindheit binational - Vernetzung zwischen Wissenschaft und Praxis

Der Anfang macht den Unterschied, denn die Bildung eines Menschen beginnt bereits mit der Geburt. In der frühen Kindheit – von der Geburt bis zum 5. Lebensjahr – werden Weichen für das Leben gestellt. Der interdisziplinäre Master Frühe Kindheit (MAFK) an der PHTG und der Universität Konstanz (UKN) ist ein einzigartiger Studien- gang, der diese bedeutsame frühkindliche Phase fokussiert und vielfältige Berufsperspektiven ermöglicht.

Der Berufsfeldbezug spielt über das gesamte Studium hinweg eine wichtige Rolle. Die Studierenden haben mehrere Möglichkeiten, ihre fortgeschrittenen theoretischen Kenntnisse in einem angestrebten Berufsfeld zu erproben. Einerseits absolvieren sie ein Praktikum und eine Projektarbeit, und andererseits vertiefen sie ihr Wissen und wenden die Fertigkeiten und Fähigkeiten in der Masterarbeit an. Dadurch werden sie auf selbstständige Tätigkeiten wie Leitungsfunktionen im Aufgabenbereich der frühen Kindheit, Dozierendentätigkeiten
in der Aus- und Weiterbildung, Programm- und Konzeptentwicklungen, Forschung oder Institutions- und Politikberatung vorbereitet.

Dank dem Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Berufsfeldern können aktuelle Anliegen regelmässig in die Lehre, zum Beispiel als Seminarinhalte, aufgenommen werden. Als konkretes Beispiel wären die Themen Qualität und Qualitätssicherung in der familienergänzenden Betreuung zu nennen. In Ergänzung zum Standard-Curriculum erhalten die Studierenden die Möglichkeit, eine Schulung mit Zertifikat in einem international etablierten Beobachtungsverfahren (CLASS toddler) zu erlangen. Damit können sie auch nach dem Studium im Bereich der Qualitätsentwicklung in frühkindlichen Bildungsinstitutionen aktiv sein.

Kontakt- und Kooperationsmöglichkeiten

Im Studium werden neben einer fundierten wissenschaftlichen Ausbildung und der Aneignung von Wissensinhalten insbesondere praxisrelevante Themen aufgegriffen und wissenschaftlich weiterentwickelt. Das Kompetenznetzwerk (KNW) Frühe Kindheit und seine Kooperationspartner bieten dazu verschiedene Kontakt- und Kooperationsmöglichkeiten. Bereits

vor zehn Jahren hat die PHTG in Zusammenarbeit mit der UKN begonnen, ein Netzwerk im Bereich frühe Kindheit aufzubauen, das Angehörige aus Wissenschaft und Praxis miteinander vernetzt. In der Zwischenzeit gehören über 40 Institutionen beziehungsweise Organisationen diesem Netzwerk an. Die Studierenden haben die Gelegenheit, aktiv an ausgeschriebenen (Forschungs- oder Praxis-)Projekten mitzuarbeiten, die zum Teil von Kooperationspartnern des Netzwerks angeboten werden. Die behandelten Forschungsthemen und Entwicklungsprojekte sind explizit auf die frühe Kindheit ausgerichtet und ermöglichen den Studierenden erste Einblicke in zukünftige Berufsfelder. Zudem können Institutionen im Rahmen ihres Tätigkeitsbereiches Themen für Masterarbeiten anbieten oder zusammen mit interessierten Studierenden entwickeln. Die Masterarbeit wird gemeinsam mit einem Verantwortlichen der Institution und einem Dozierenden der Trägerhochschulen betreut. Studierende können nach Abschluss des Studiums Teil dieses Netzwerks bleiben.

Weiter lädt das KNW zweimal pro Semester zu einer öffentlichen Ringvorlesung der Reihe «Forschung und Praxis in der Frühen Kindheit» ein. Übergeordnetes Ziel der Veranstaltung ist es, die Referierenden mit den Studierenden in Austausch zu bringen.

Praxisprojekt

Im Rahmen von Praxisprojekten mit wissenschaftlichem Bezug sollen in einem selbst gewählten Praxisfeld Schritte des Forschungsprozesses geübt werden. Dies kann eine kleine empirische Arbeit sein, wie beispielsweise Beobachtungen, Interviews oder Bedarfserhebungen. Es können auch Teilschritte im Rahmen eines grösseren Forschungsprojektes sein. Beispielsweise können Fragestellungen und wissenschaftliche Literatur bearbeitet, Daten erhoben und ausgewertet, ein Projektbericht verfasst oder eine Präsentation zu den Ergebnissen erstellt werden. Eine Projektarbeit kann auch darin bestehen, wissenschaftliche Ergebnisse für ein Praxisfeld, zum Beispiel Trägerinstitutionen oder Politikerinnen und Politiker, aufzuarbeiten und zu diskutieren.

Praktikum

Eine weitere Möglichkeit für Vertiefung und Anwendung sowie Transfer der fortgeschrittenen theoretischen Kenntnisse bietet das Praktikum. Die Praktikumsstellen müssen von den Studierenden selber gesucht werden.

Dabei kann das KNW für den Kontakt und bei der Orientierung behilflich sein. Im Anschluss an das Praktikum wird ein Kolloquium besucht. Hier werden die Erfahrungen ausgetauscht und reflektiert, um die Professionalisierung der Studierenden zu fördern. Ferner wird das Thema der neuen Berufsidentität angegangen. Um im Bereich Forschung zu schnuppern, können Studierende beispielsweise ihr Praktikum beim Kooperationspartner Marie Meierhofer Institut für das Kind (MMI) in Zürich absolvieren. Die Praxisforschung am MMI beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Begleitung von Projekten sowie mit der Aufarbeitung konzeptueller Grundlagen im Bereich der frühen Kindheit. Praktikantinnen und Praktikanten bearbeiten Aufgaben im Bereich der Datenaufbereitung, der quantitativen und qualitativen Daten- auswertung, verfassen Protokolle in Projektsitzungen oder haben die Gelegenheit, an Forschungssitzungen teilzunehmen. Ein Beispiel für eine Praktikumsstelle im Bereich der Dozierendentätigkeit auf deutscher Seite ist das Marianum-Zentrum für Bildung und Erziehung in Hegne, welches unter anderem eine Fachhochschule für Sozialpädagogik führt. Die Studierenden des MAFKs haben hier die Gelegenheit, nach einer intensiven Hospitation selbstständig die Unterrichtsgestaltung in einem bestimmten Lernfeld zu übernehmen. Zudem bekommen sie einen Einblick in die Praxisbegleitung von Schülerinnen und Schülern und können Prüfungen hospitieren und Einzelgespräche führen.


Prof. Dr. Sonja Perren, Brückenprofessorin Entwicklung und Bildung in der frühen Kindheit

Carine Burkhardt Bossi, Leiterin Frühe Kindheit

Karina Iskrzycki, Geschäftsführerin Binationales Zentrum Frühe Kindheit


PHTG Jahresbericht 2019 (PDF)

PHTG Zahlen (PDF)

 

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Ihre Ansprechsperson
Karina Iskrzycki
Geschäftsführerin Binationales Zentrum Frühe Kindheit
+41 (0)71 678 56 39E-Mail
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