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EmU - Emotionen unter Kindern

Emotionaler Kompetenz wird eine hohe Bedeutung für die gesunde Entwicklung und das erfolgreiche Lernen beigemessen. Kinder, die ihre eigenen Emotionen verstehen und regulieren können, sind besser in der Lage, positive Beziehungen aufzubauen, Konflikte zu bewältigen und erfolgreich am sozialen Leben teilzunehmen. Bisherige Forschung zeigt, dass die Erfahrungen mit Bezugspersonen, vor allem mit Eltern und Fachpersonen, die Entwicklung adaptiver Emotionsregulationsstrategien beeinflussen können. Kinder verbringen bereits im Vorschulalter viel Zeit mit Gleichaltrigen und es wird angenommen, dass auch Peers einen wichtigen Lernkontext darstellen. Im Gegensatz zum Einfluss von erwachsenen Bezugspersonen wurde die Rolle von Peers in der frühen Entwicklung bezogen auf die Emotionsregulation bisher kaum erforscht.

Das Projekt „EmU – Emotionen unter Kindern” am Lehrstuhl Entwicklung und Bildung in der frühen Kindheit der Pädagogischen Hochschule Thurgau und der Universität Konstanz untersucht, welche Bedeutung Peers (Gleichaltrige) für die Entwicklung der Emotionsregulation von Vorschulkindern haben. In einer längsschnittlich angelegten Studie wird erforscht, ob und wie Peers einen Einfluss auf die entwicklungsbedingten Veränderungen der Emotionsregulation von 3–4-jährigen Kindern haben.

Bisher haben 230 Kinder (52% Mädchen) aus 25 Spielgruppenzentren der Deutschschweiz (Thurgau, St. Gallen, Schaffhausen und Zürich) an der Studie teilgenommen. Die emotionsbezogenen Kompetenzen der Kinder wurden zu mehreren Messzeitpunkten und mit unterschiedlichen Methoden erfasst: Durch Einschätzungen von Eltern und Betreuungspersonen der Spielgruppen, physiologische Masse und Beobachtungen in unterschiedlichen Spielsituationen – einzeln, zu zweit und in Gruppen.

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass das Zusammensein mit Gleichaltrigen eine wichtige Lernumgebung für die emotionale Entwicklung der Kinder ist. Es zeigt sich z.B., dass ein gegenseitiger Einfluss zwischen den Spielpartnern hinsichtlich der beobachteten Emotionsregulation besteht. Wenn ein Kind seine Emotionen gut regulieren kann, zeigen auch seine Spielkameraden bessere Emotionsregulation im Spiel. Einen Einblick in den Ablauf und in weitere Ergebnisse geben wir im Artikel «Emotionen und Emotionsregulation im Vorschulalter: Was zeigt sich im dyadischen Spiel?». Dieser ist im September 2023 in der Schweizerischen Zeitschrift für Heilpädagogik erschienen.

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EmU PraxisberichtArtikel Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogig

Projektleitung
Prof. Dr. Sonja Perren

Operative Leitung
Dr. Tatiana Diebold

Mitarbeitende
Pablo Nischak, Sonja Lorusso, Prof. Dr. Carine Burkhardt Bossi

Kooperation
Prof. Dr. Joscha Kärtner, Universität Münster
Prof. Dr. Jens Prüssner, Universität Konstanz

Finanzierung
Schweizerischer Nationalfonds (SNF)

Laufzeit
2022–2026

Auskunft
Dr. Tatiana Diebold


Dr. Tatiana Diebold
Fachgruppe Empirische Bildungsforschung
+41 71 678 57 46E-Mail
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